Inspiration heißt auch, den Meistern über die Schulter schauen

Damit ich die Kunstwerke berühmter Künstler gut kopieren kann, beschäftige ich mich nicht nur mit dem Kunstwerk, sondern auch mit dem Künstler selbst. Unter welchen Bedingungen und Umständen sind seine Werke entstanden, warum hat er gerade diese Technik verwendet und in welcher Beziehung stand er zu seinem Modell?

Das sind alles Dinge, die man wissen muss, um sich in den Künstler und sein Kunstwerk hineinversetzen zu können. Denn zu meinem großen Leidwesen stehen mir als Vorlage in den seltensten Fällen – ehrlich gesagt, nie – die Originale der Künstler zur Verfügung. Immer muss ich auf Poster und Kunstdrucke zurückgreifen, wobei ich mir von einem Bild immer gleich mehrere verschiedene Abbildungen zulege, um eventuelle Farbabweichungen und Details besser erkennen zu können.

Gottseidank findet man diese zu Hauf im Internet, so dass ich mir meine Vorlagen direkt zuhause ausdrucken kann. Dazu benötigt man natürlich viel Papier und einen guten Farbdrucker. Außerdem habe ich einen Shop zur Verfügung, wo ich mir meinen benötigten Toner preiswert bestellen kann. Der Vorteil beim Selbstausdrucken besteht auch darin, dass man sich verschiedene Bildausschnitte vergrößern und separat ausdrucken kann, um bestimmte Details noch besser zu erkennen. Dadurch wird meine Arbeit wesentlich erleichtert.

Manchmal bestelle ich meine Vorlagen aber auch im Internet in einem professionellen Postershop. Hier habe ich schon sehr gute Erfahrungen gemacht, vor allem mit modernen Künstlern wie Andy Warhol. Da die meisten seiner Werke sowieso dafür gedacht waren, als Werbeposter an den Wänden zu prangen, sollte man sie auch am besten gleich von Postern kopieren. Manche werden sich jetzt vielleicht fragen, warum man bei der heutigen modernen Vervielfältigungstechnik Kunstwerke überhaupt noch per Hand kopieren sollte. Die Antwort ist ganz einfach: Eine Kopie aus dem Kopierer bleibt eine Kopie. Und eine Kopie von meiner Hand ist wiederum Kunst.

Fast alles kann man heute mit Hilfe moderner Technik machen, doch vieles verliert dadurch an Wert. Nehmen wir z. B. einen Liebesbrief. Welcher Liebesbrief macht wohl mehr Eindruck: der per Tastatur am PC getippte und per Email geschickte oder der mit eigener Hand auf schönes Briefpapier geschriebene? Natürlich kann man einen Liebesbrief vom PC auch auf Briefpapier drucken und dann versenden, doch selbst dann wirkt er noch viel unpersönlicher, weil nämlich eines fehlt: die eigene Handschrift. Ich denke, das leuchtet jedem ein. Und so verhält es sich auch mit Kunstwerken, die per Hand kopiert werden.

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